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Mitfahrt auf einem Frachtschiff
Am 7. August 09 warteten wir gegen 10 Uhr am vereinbarten Startplatz. In langsamer Fahrt tauchte schließlich die Bugspitze in der Flussbiegung auf und ich konnte meine „seemännischen Fähigkeiten“ unter Beweis stellen, indem ich an der Pier die Vorleine übernahm und sie über den Poller legte. Eingestiegen bin ich zusammen mit weiteren Personen im Unterwasser der Schleuse Neckargemünd. Tagesziel war das Oberwasser der Schleuse Gundelsheim. Das Auto meines Freundes wurde mit dem bordeigenen Kran aufs Achterdeck hinter dem Steuerstand gehievt. Unter dem Achterdeck befindet sich die geräumige Wohnung des Schiffsführers. Es ist alles vorhanden, was man in einer normalen Wohnung auch erwartet: Küche, Bad mit Dusche, Waschmaschine und Trockner, Wohn- und Schlafräume etc. Die Wohnung ist beheizbar und klimatisiert.
Der Maschinenraum macht einen sauberen und aufgeräumten
Eindruck. Nur die hohe Raumtemperatur veranlasst mich bald wieder an Oberdeck zu
klettern. Das Schiff ist mit einem Deutz-Dieselmotor Typ 545 mit 800 PS
ausgerüstet. Für das Bugstrahlruder steht im Vorschiff eine weitere Maschine mit
275 PS von Scania zur Verfügung. Während der Fahrt ist mir die große Gelassenheit und Erfahrung des Schiffsführers und der freundliche Umgangston mit den Schleusenwärtern besonders aufgefallen, letzteres war für mich als Sportbootfahrer eine ganz neue Erfahrung. Der mitgebrachte Picknickkorb wurde nach und nach leerer und die Getränke, wegen des heißen Wetters, immer wärmer. Der allgemein guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Ab und zu schnallte ich meine „Quetsche“ um und spielte wehmütige Seemannslieder oder lustige Trinklieder zum mitsingen. Gegen 20 Uhr erreichten wir das Tagesziel Oberwasser Schleuse Gundelsheim. (Am nächsten Tag sollte das Schiff dann in Neckarweihingen entladen werden). Wir hatten also 60 km auf dem Neckar hinter uns gebracht und dabei 7 Schleusen passiert. Es waren die Schleusen: Neckargemünd, Neckarsteinach, Hirschhorn, Rockenau, Guttenbach, Neckarzimmern, Gundelsheim. Nachdem das Auto wieder an Land gehievt war, klang unser Abend mit einem frischgezapften Pils in einem nahe gelegenen Biergarten aus. Hier noch einige Informationen zum Neckar: Die Neckarschifffahrtsstraße hat eine Länge von 202 km mit 27 Schleusen in der Größe 110 m x 12 m. Die Höchstgeschwindigkeit für Boote beträgt 14 km/h. Die Durchfahrtshöhe mind. 5,5 m. Die Kilometrierung beginnt bei der Einmündung in den Rhein bei Rhein-km 428,2 (bei Mannheim) und endet in Plochingen bei der Einmündung der Fils mit km 202,55
Heribert Börsig http://www.marinekameradschaft-heilbronn.de
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