Auf den
Diafestivals in Siegburg und in
Epinal konnte man es bereits sehen. Die "Video-Beamer" sind besser
als Ihr Ruf.
Diese Projektionsgeräte kosten zur Zeit noch
zwischen 3000 und 30 000 DM (oder mehr). Sie werfen große Bilder wie ein
Diaprojektor an die Wand. Zum Unterschied sind aber auch bewegte Bilder vom
Videorecorder, DVD-Player, Laserdisc - Spieler oder PC möglich.
Es gibt ca. 8 verschiedene Prinzipien die man
in vier Hauptgruppen unterteilen kann:
- LCD - Flüssigkristalle,
- Bildröhren,
- DMD - Kippspiegel und
- Laserprojektoren.
Beim LCD - Flüssigkristall
- Projektor strahlt eine Lampe wie beim Diaprojektor durch ein LCD - Panel, in
dem das Bild steht. Teure Geräte haben drei Panel, eines für jede Grundfarbe
(Rot, Grün, Blau). LCD-Projektoren lassen sich einfach aufstellen und müssen
nicht aufwendig justiert werden.

Röhrengeräte hingegen müssen erst aufwendig
ausgerichtet werden und sind eher für Festinstallationen geeignet. Wie beim
Fernseher strahlen die Röhren über eine Optik das Bild auf die Leinwand. Es
besteht aus einem roten, grünen und blauem Farbauszug. Eine Weiterentwicklung
ist der ILA und D-ILA. Hier projizieren 3 Bildröhren in eine Art Schleuse
(Lichtventil). Dort werden die Bilder verstärkt und übereinander auf die
Leinwand gestrahlt.
Die DMD - Spiegeltechnologie ist noch relativ
neu und teuer. Ein Chip mit rund 500 000 Spiegel reflektiert das vom
rotierenden Farbrad eingefärbte Licht. Je öfter die Spiegel kippen, desto
heller ist das Bild. Dies gibt’s auch als DMD-3-Chip, wobei die 3 für 3 x 500
000 Spiegel steht die mit rot, grün und blau getrennt angestrahlt werden.

Beim Laserprojektor werden drei farbige Laser
entsprechend dem Bildinhalt in ihrer Intensität geregelt und ihre Strahlen über
Prismen zusammengeführt. Zwei Spiegelräder lenken den Strahl senkrecht und
waagerecht ab. Zwar gilt diesem Prinzip die Zukunft, doch stellt zur Zeit die
Kühlung ein unüberwindbares Hindernis dar.
Allgemein gilt für alle Projektoren, je mehr
Bildpunkte (Pixel) desto schärfer ist das Bild. Röhrenprojektoren haben
prinzipbedingt keine feste Anzahl von Bildpunkten. Einfache Beamer haben eine
Auflösung von 640x480 (wie beim PC, die Monitordarstellung) die Besseren
bereits 1365x1024. Zum Vergleich ein gutes 100ASA-Dia hat ca. 4000x6000 Pixel.
Doch eine hohe Auflösung ist nicht alles.

Die Helligkeit ist ganz entscheidend für die
Qualität des Bildes. Diese wird bei Beamer erfreulicherweise in ANSI-Lumen
angegeben. Erfreulicherweise deshalb, weil dies eine Angabe ist die genormt und
standardisiert ist. ANSI steht für American National Standard Institutes -
vergleichbar mit der deutschen DIN. Die Messung nach dieser Methode erfolgt in
einem dunklen Raum unter fest vorgegebenen Bedingungen. Für die Einstellung des
Projektors wird ein einheitliches Testbild projiziert, mit Hilfe dessen
Helligkeit und Kontrast geregelt werden. Ist der Projektor entsprechend
eingestellt, wird für die Messung ein komplett weißes Bild eingeblendet. dieses
Bild wird in 9 gleich große Felder unterteilt, in deren Mittelpunkt die
Helligkeit gemessen wird. Aus den ermittelten 9 Meßwerten wird der Durchschnitt
errechnet und mit der Bildgröße (qm) multipliziert. Die Größe des bei der
Messung projizierten Bildes soll damit keine Rolle spielen. Je mehr ANSI-Lumen
ein Projektor hat, desto heller ist das Bild. Die Helligkeit der Diaprojektoren
ist leider nicht standardisiert. Viele geben einfach die Lichtleistung der
Lampe an. 150, 250 300, 400 Watt sind die gängigen Angaben. Andere, wie z.B.
Simda geben eine Lumenzahl an. z.B. beim 400Watt Projektor 2600 Lumen. Gemessen
wurde dabei nach DIN 4x4, eine nicht direkt vergleichbare Meßmethode. Eine
Aussage von Kodak ist, daß ein Standard - Ektapro normalerweise ca. 1500
ANSI-Lumen und optimiert ca. 2000 ANSI-Lumen hat. Diese Werte gelten aber auch
nur bei idealen Bedingungen wie neuen Lampen und genauer Justierung. Die besten
Profi-Videobeamer bringen es z.Zt. auf 1200 ANSI-Lumen, die für den
Hausgebrauch gerade mal auf 50-100.

Ausleuchtung, Farbtemperatur, etc. spielen
auch eine Rolle bei der Unterscheidung zwischen den verschieden
Projektorentypen. Am interessantesten wird wohl die Entwicklung beim
Laserprojektor sein. Wenn der einmal soviel kostet wie 4 Diaprojektoren, dann
wird er ein ernst zunehmender Konkurrent. Er kann nämlich jetzt schon, was
nicht bei allen Beamern der Fall ist, locker 6x4m projizieren und dabei spielt
es nicht einmal eine bedeutende Rolle ob der weiße Untergrund schön plan ist.
Ein Laserprojektor muß nicht fokussiert werden, er zeichnet in jeder Entfernung
ein scharfes Bild.
Der größte Unterschied jedoch zwischen Dia-
und Videobeamer liegt im Kontrast und in der Brillanz. Hier liegt der
Diaprojektor ganz klar vorne. Vergleichbare Zahlen habe ich jedoch nicht
gefunden.
Aber auch hier gilt. Es ist alles nur eine
Frage der Zeit und die Entwicklung läßt sich nicht aufhalten. Warum auch?
MeDIA-Maier
Aug. 1998